Forschung

Klinische Immunologie (Eliane Marti)

Klinische Immunologie (Eliane Marti)

Die klinische Immunologie hat 5 Hauptaufgaben:

  • Forschung in Veterinärimmunologie. Unsere Forschungsprojekte befassen sich mit der Erforschung der Immunpathogenese allergischer Erkrankungen beim Hund und Pferd, wie z.B. Sommerekzem, Urtikaria und rezidivierende Atemwegsobstruktion, sowie Möglichkeiten zu deren (kausaler) Behandlung. Unser Schwerpunkt liegt auf der Hautkrankheit Sommerekzem.
  • Die Entwicklung neuer Methoden und Reagenzien für die Forschung, wie z.B. rekombinante Allergene
  • Wir bieten konzeptionelle und technische Unterstützung für Forschungsprojekte mit immunologischer Fragestellung aus dem Departement für Klinische Veterinärmedizin (Klinische Forschungsplattform)
  • Diagnostik (Labordiagnose von Sommerekzem und Urtikaria)
  • Beteiligung an der Lehre in Veterinärimmunologie

Sommerekzem (SE) ist eine entzündliche Hauterkrankung , die durch eine Allergie gegen Insektenstiche (Gnitzen, Culicoides spp) verursacht wird. Es betrifft ca. 5% der Pferde in der Schweiz. Erkrankte Pferde leiden an starkem Juckreiz und Hautveränderungen am Ansatz der Mähne und der Schweifrübe. Die einzig wirksame Behandlung besteht zurzeit aus dem Fernhalten der Insekten, ev. in Kombination mit lokaler oder systemischer symptomatischer Behandlung (z.B. Kortikosteroide).

Immunpathogenese des Sommerekzems (SE)

IgE vermittelte Reaktion spielen beim SE ein wichtige Rolle: Pferde mit SE haben IgE-Antikörper gegen Speicheldrüsenproteine von Gnitzen und nach Zugabe von Gnitzenallergenen kommt es zur Degranulation basophiler Granulozyten. In der Haut wie auch in Blutproben gibt es ein Ungleichgewicht zwischen der allergiefördernden T-Helfer 2  Antwort und der regulatorischen T-Zell Antwort. Die Funktion der allergenspezifischen regulatorischen T-Zellen ist bei SE-Pferden eingeschränkt. In Zukunft möchten wir die Rolle von Antigenpräsentierenden Zellen und von Keratinozyten bei der Entstehung des SE untersuchen.

Identifikation von Allergenen für das Sommerekzem

Die allergie-auslösenden Allergene, befinden sich in den Speicheldrüsen der weiblichen Gnitzen (Culicoides spp.).

Die bisher kommerziell erhältlichen Ganzkörperextrakte von Gnitzen führen zu schlechten Ergebnissen in serologischen Tests oder in der Immuntherapie, da der Anteil der Speicheldrüsenallergene nur sehr gering ist. In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Allergie und Asthma Forschung (SIAF) (http://www.siaf.uzh.ch) haben wir vierzehn  verschiedene Proteine aus  Culicoides Speicheldrüsen identifiziert und produziert, die wichtige Allergene für das  SE sind. Mit den rekombinanten Culicoides Proteinen können wir nun bessere serologische Tests zur Diagnose des SE entwickeln, sowie neue Möglichkeiten zur Immuntherapie untersuchen.

Entwicklung einer Allergen-Immuntherapie für Pferde mit Sommerekzem

Die Allergen-Immuntherapie (AIT) gilt als einzige kausale Therapie für Allergien. Unser Ziel ist es mit Hilfe der rekombinanten Culicoides Allergene eine sichere und effektive Immuntherapie für SE-Pferde zu entwickeln. Ein spezieller Fokus liegt dabei auf den antigen-präsentierenden Zellen (APZ), die verantwortlich für die Modulation der Immunantwort sind. Wir untersuchen Möglichkeiten durch Manipulation der APZ die allergiefördernde Immunantwort zu hemmen und gleichzeitig eine Toleranzinduktion zu fördern.

Sommerekzem  bei  Isländischen Pferden

Aus Island importierte erwachsene Islandpferde leiden nach Import in Europa  viel häufiger an SE (50%) als ihre Nachkommen, die in Europa  geboren sind (5-10%). Interessanterweise erkranken Isländer, die als Fohlen aus Island nach Europa importiert worden sind nicht häufiger an SE als in Europa  geborene Isländer. Deshalb vermuten wir, dass das Immunsystem schon früh in Kontakt mit Allergenen kommen muss, um eine Toleranz für Gnitzenallergene zu entwickeln. Wir haben gezeigt, dass Fohlen mehr und wirksamere regulatorische T Zellen im Blut aufweisen als erwachsenen Pferde. Das könnte erklären, weshalb ein früher Kontakt mit Allergenen wichtig für Toleranzinduktion ist.  Das Ziel unser Forschungsprojektes ist, die Immunantwort der IsIandpferde vor dem Import so zu beeinflussen, dass sie nach Import nicht mehr so häufig an SE erkranken, z.B. durch eine präventive Vakzinierung mit rekombinanten Gnitzenallergenen (Zusammenarbeit mit dem Institut for Experimental Pathology, University of Iceland, Reykjavik).